Ratgeber Bürostühle

In diesem Ratgeber Bürostühle fassen wir die unterschiedlichen Funktionsweisen von Sitzmöbeln zusammen.
Viele dieser Stühle finden Sie auf unseren Seiten unter gebrauchte Bürostühle.

Unter Bürostühlen werden dreh- und rollbare Stühle mit Rückenlehne zusammengefasst. Aus Gründen der Ergonomie sind sie höhenverstellbar, um den unterschiedlichen Körpergrößen und Beinlängen der Nutzer angepasst werden zu können. Die Höhenverstellung erfolgt über Gasdruckfedern.

Die Rückenlehnen können sowohl im Neigungswinkel, als auch im Dämpfungsgrad nutzerabhängig eingestellt werden.
Bei manchen Modellen kann zudem der Neigungswinkel der Sitzfläche individuell angepasst werden.
Die Sitzfläche von Bürostühlen ist gepolstert. Die Rückenlehne ist entweder gepolstert oder aus Netzbespannung hergestellt.
Auch wenn Armlehnen nicht zu den zwingenden Voraussetzungen gehören, die einen Stuhl zu einem Bürostuhl machen, sind diese im Arbeitsalltag ausgesprochen wichtig.
Ihr Bürostuhl sollte daher Armlehnen besitzen, die möglichst individuell auf Ihren Körper eingestellt werden können.

Bürostühle, die nicht mit den vorgenannten Eigenschaften ausgestattet sind, werden als Beistellstühle bezeichnet. Sofern die Beistellstühle in sich stapelbar sind, werden sie Stapelstühle genannt.

Im Büroalltag ist es wichtig, dass diese Stühle dreh- und rollbar sind, um ein schnelles und benutzerfreundliches Agieren im Arbeitsradius zu ermöglichen.

Die Fußkreuze von Bürostühlen besitzen 5 oder 6 Rollen und bestehen aus Kunststoff oder Metallen teils beschichteter Art (z.B. Chrom).

Es gibt unterschiedliche Bürostuhl-Rollen für harte und weiche Böden (Teppich).
Hartbodenrollen sind weich ummantelt und an der Zweifarbigkeit der Rollen (Rolle + weiche, helle Ummantelung) zu erkennen. Die helle Ummantelung soll verhindern, dass der Stuhl beim Rollen auf den harten Untergründen dunkele Spuren hinterlässt.
Teppichbodenrollen hingegen sind härter und einfarbig, da sie keine Ummantelung besitzen. Teppichbodenrollen vieler Hersteller sind vom Durchmesser größer als Hartbodenrollen, damit die Belastungen auf den Teppichboden durch den größeren Rollenumfang reduziert werden.
Bei den meisten Herstellern können die Rollen auch nachträglich noch ausgetauscht werden.

Zudem sind die Rollen mancher Bürostühle in unbelastetem Zustand gebremst (Castor-Räder), um ein Wegrollen des Stuhles zu verhindern. Mit Belastung des Stuhles durch Setzen der Person werden die Rollen freigegeben und der Bürostuhl kann gerollt werden.
Unsere Erfahrung: Castor -Rollen sind „Nice to have“, jedoch bei genauer Betrachtung im Büroalltag nicht zwingend notwendig, weil die meisten Stühle über ein ausreichendes Eigengewicht verfügen, um auch bei leichten Stößen nur kurz zu rollen. Demgegenüber sind Stühle mit gebremsten Rollen nervig zu verschieben, wenn man diese verschieben muss, um z.B. mal an das dahinter stehende Sideboard zu kommen.

Bei den meisten Bürostühlen sind Mechaniken zur Neigungsverstellung der Rückenlehne verbaut.
Wippmechanik: Diese neigt beim Zurücklehnen der Rückenlehne zugleich auch die Sitzfläche mit nach hinten ab. Der Winkel von Sitz und Rückenlehne selbst bleibt im Neigungsvorgang jedoch immer konstant.
Synchronmechanik: Bei der Synchronmechanik wird das starre Winkelverhältnis der Rückenlehne zur Sitzfläche entkoppelt. Die Sitzfläche wird bei der Synchronmechanik in einem geringeren Maß nach hinten geneigt als die Rückenlehne, um Ergonomievorteile zu generieren.
Sowohl die Wipp- als auch die Synchronmechanik haben gegenüber starren Bürostühlen oder einfachen Pendelstühlen, bei denen nur die Rücklehne beweglich ist, den Vorteil, dass der Rücken bei vielen Bewegungen weiter abgestützt wird.

Es gibt darüber hinaus noch weitere Mechanik-Typen, die jedoch ausgesprochen selten sind.

Wichtig ist bei allen Bürostühlen, dass der notwendige Druck auf die Rückenlehne nutzerindividuell eingestellt werden kann. Hierdurch kann die Rückenlehne des Stuhls sowohl an die Kraft, als auch das Gewicht des Nutzers angepasst werden.
Darüber hinaus verfügen manche Bürostühle über eine aktive Lordosenunterstützung im unten Drittel der Rückenlehne, um die Wirbelsäule im Sitzen zu entlasten. die Meinungen von Nutzern zur aktiven Lordosenunterstützung gehen nach unseren Erfahrungen auseinander. Mancher empfindet diese als angenehm, andere wiederum als störend.

Bürostühle für den Privatgebrauch sind für Sitzbelastungen von bis zu 4 Stunden pro Tag ausgelegt. Professionelle Bürostühle hingegen sind mit Belastungsgrenzen von bis zu 8 Stunden täglich versehen.

Gute Bürostühle fördern das konzentrierte und effiziente Arbeiten erheblich. Doch egal wie bequem und wie gut Ihr Bürostuhl ist: Sie sollten Ihr Büro aus Gesundheitsgründen so gestalten, dass Sie zwischendurch aufstehen müssen.
Schränke, Sideboards, Drucker, sowie andere Büromöbel und Bürozubehör sollten außerhalb der „Rollreichweite“ Ihres Bürostuhls stehen, so dass Sie gezwungen sind aufzustehen.

In den Leitlinien der VBG in Zusammenarbeit mit anderen Instituten ist zugrunde gelegt, welche Kriterien für moderne Büroarbeitsplätze gelten. Die Leitlinien enthalten auch Hinwiese zu den Funktionen von Bürostühlen.
Entgegen der gängigen Meinung vieler Kunden gibt es jedoch keine exakte Definition oder Richtlinie, was ein „ergonomischer Bürostuhl“ ist.

Das Thema Bürostuhl ist umfassend und komplex!
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Wir helfen Ihnen gerne und verhelfen Ihnen so zu Ihrem persönlichen Bürostuhl.